29.05.2026
Nach Untergang eines Autotransportschiffes: Millionenklage gegen Porsche erfolglos
Nach dem Untergang des Autotransportschiffes MS "Felicity Ace" haben weder dessen Eigentümerin noch die Seekaskoversicherer gegen Porsche Schadensersatzansprüche. Das Landgericht (LG) Stuttgart war nach einer Beweisaufnahme nicht davon überzeugt, dass ein Porsche Taycan den Brand verursacht hat, der am 16.02.2022 auf dem Schiff ausgebrochen war.
Mit ihrer auf die Produzentenhaftung gestützten Klage hatten die Schiffseignerin und fünf Seekaskoversicherungen Schadensersatzansprüche gegen die Porsche AG als Fahrzeugherstellerin in Höhe von knapp 30 Millionen Euro geltend gemacht.
Anfang Februar 2022 wurde das Autotransportschiff MS "Felicity Ace" im Hafen von Emden mit fast 4.000 Neufahrzeugen verschiedener Hersteller beladen. Unter den Fahrzeugen befanden sich auch Elektrofahrzeuge. Am 10.02.2022 verließ das Schiff den Hafen in Richtung USA.
Am 16.02.2022 geriet es in Brand; die Ursache ist streitig. Das Schiff wurde evakuiert und die Besatzung vollständig gerettet. In den nachfolgenden Tagen breitete sich der Brand an Bord weiter aus. Das Schiff glühte schließlich aus und sank am 01.03.2022 südlich der Azoren bis auf eine Wassertiefe von 3.000 Metern.
Die Klägerinnen behaupten, dass eine sich selbst entzündende Lithium-Ionen-Batterie in einem Porsche Taycan Ursache des Brandes gewesen sei, was von den Beklagten bestritten wird. Sie verlangen den Ersatz der Schäden, die mit dem Brand und Untergang des Schiffes einhergegangen sind.
Das LG hat entschieden, dass den Klägerinnen keine Schadensersatzansprüche zustehen, und die Klage abgewiesen. Es zeigte sich nach Durchführung der Beweisaufnahme nicht davon überzeugt, dass ein Porsche den Brand auf dem Schiff verursacht hat.
Landgericht Stuttgart, Urteil vom 21.05.2026, 26 O 30/23, nicht rechtskräftig