19.02.2026
Pilotprojekt: Finanzamt erstellt Steuererklärung selbst
Mit Digitalisierung die Steuererklärung deutlich vereinfachen – bis hin zu einem vorausgefüllten oder vom Amt erstellten Entwurf: Mit dem Pilotprojekt "Hessenmodell" war im Sommer 2025 eine Initiative der hessischen Finanzverwaltung im Finanzamt Kassel gestartet. Statt eines leeren Formulars erhalten die Bürger einen automatisiert erstellten Vorschlag für den Steuerbescheid.
In Thüringen komme die Idee offenbar gut an, meldet der Bund der Steuerzahler (BdSt). Die dortige Finanzministerin Katja Wolf (BSW) wolle am liebsten noch dieses Jahr nachziehen.
Auch der BdSt begrüßt das Projekt. Doch welche Vorteile gibt es für die Steuerzahler und das Finanzamt? BdSt-Bundesgeschäftsführerin Daniela Karbe-Geßler führt eine deutliche Arbeitserleichterung an – sowohl für die Finanzverwaltung als auch für Steuerzahler. Letztere müssten keine Steuererklärung mehr erstellen, sondern den Vorschlag für die Festsetzung der Einkommensteuer nur noch prüfen und möglicherweise ergänzen.
Ein solch automatisiertes Verfahren berge aber auch Risiken – etwa dass Steuerzahler die Angaben des Finanzamts nicht prüfen und in diesem Zuge beispielsweise steuermindernde Ausgaben nicht angeben. Das könne zur endgültigen Bescheidung mit einer zu hohen Steuer führen. Dann müsse der Weg über den Einspruch gegen den Bescheid gewählt werden, damit die Steuer in zutreffender Höhe festgesetzt werden kann.
Und wie realistisch ist die bundesweite Einführung eines solchen Modells? Karbe-Geßler meint sehr, weil "wir aktuell sehen, dass jetzt auch andere Bundesländer über Bayern nachziehen, indem man die Erklärung via App machen kann."
Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 13.02.2026